Zur Bewertung der alarmierenden Ergebnisse der Bodenprobe der IKU e.V. wurden zwei renommierte Wissenschafter auf diesem Gebiet als Sachverständige hinzugezogen:

Prof. Beyme (Wissenschaftl. Projektleiter beim Dioxinunfall Boehringer-Ingelheim) und
Prof. Wassermann (Fachbereich Humantoxikologie / Spezialgebiet Dioxinemissionen).
Zudem haben wir deshalb Kontakt mit dem Landesamt für Umweltschutz Kontakt auf genommen.

Fazit: Weitere wirklich gründliche Beprobungen, wie sie auch gesetzlich vorgeschrieben sind, sind zwingend notwendig.

IKU e.V. informierte sowohl das Landratsamt Main-Spessart, wie auch die Stadt Karlstadt. über die neuen Erkenntnisse und dringt auf Aufklärung, sowie auch weiter auf den Zugang zu den relevanten Umweltinformationen.

Schreiben vom 9.11. 2017 (mit elektronischer Post versandt - mit den Laborergebnissen als Anhang)

An das Landratsamt Main Spessart: Umwelt-Referat
An die Stadt Karlstadt: Baureferent H. Amrein und Bürgermeister Dr. Kruck

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei übersende ich Ihnen das Meßergebnis zweier von mir an der Stelle meines ehemaligen Holzschutzmittel-Arbeitsplatz bei der Firma Ehrenfels Isoliertüren genommenen Bodenproben. Des Weiteren übersende ich Ihnen das dazugehörige Bohrprotokoll mit Anlage.

Wichtigste Information; es wurden die beiden toxischen Dioxin/Furane, TCDD/F und PeCDD/F, in relevanter Konzentration gefunden.

Das Ergebnis der Untersuchung habe ich mit Wissenschaftlern besprochen, welche sich seit Jahrzehnten mit dem Folgen von Dioxin-Bodenbelastung, bzw. Dioxin-Wirkung auf den Menschen wissenschaftlich beschäftigen. (das heißt mit der wissenschaftliche Leitung des Projekts Dioxinunfall-Boehringer Ingelheim, Hamburg Moorfleet), sowie mit dem führenden Toxikologen in Sachen Dioxin (Fachbereich Humantoxikologie: Dioxinemissionen aus Müllverbrennungsanlagen und andere Groß-Emittenten), Professor Dr. Wassermann, Kiel.

Des weiteren habe ich das Messergebnis mit meinem Kontakt beim Landesamt für Umweltschutz besprochen.

Das einhellige Ergebnis aller Besprechungen lautet; das Messergebnis unserer Sondierungsbohrung gibt zwingend Anlass, an dieser Stelle weitere, vor allem in die Tiefe gehende (5m) Untersuchungen auf breiter Basis durchzuführen.
Es sind von Amts wegen Rasterbohrungen entsprechend den einschlägigen Vorgaben des bayerischen Landesamtes für Umweltschutz für kontaminierte Flächen, anzuordnen, welche den unterirdischen Strömungsverlauf des Grundwassers (Richtung Osten, unterhalb des Ehrenfels Einfamilienhauses) abdecken.

Des Weiteren erwarte ich, das, um eine Gefährdung der Allgemeinheit durch Dioxin im Grundwasser auszuschließen, eine Grundwasser-Messstelle, Grundwasser-Strömungstechnisch gesehen unterhalb (also östlich) der von uns durchgeführten Sondierungsbohrung, eingerichtet wird.

Hiermit wiederhole ich, gerichtet an das Landratsamt Main Spessart und die Stadtverwaltung Karlstadt meine Anfrage, gemäß bayerischen Umweltinformationsgesetz, auf Einsicht in alle Verwaltungsakten, welche in einem direkten oder indirekten Bezug zu Umweltinformationen zu dem Grundstück; Burgstraße 6, 97753 Karlstadt-Karlburg stehen.

In dieser Anfrage sind alle Verwaltungsakte eingeschlossen die Zustandsangaben des ehemaligen Grundstück-Besitzers, der Firma Ehrenfels GbR, beinhalten könnten, wie zum Beispiel Bauanträge für den Rückbau der Betriebsgebäude im Jahr 2016, bzw. die in diesem Zusammenhang stehenden Genehmigungen für Rückbau, Transportgenehmigungen für Gefahrstoff-belastete Gewerbeabfälle (Abrissmaterial aus Gewerbebetrieb ist immer Gewerbe-Abfall) sowie die Vorlage nachweispflichtiger Entsorgungsnachweise (ZSA).

Ich erwarte die Antwort von Seiten des Landratsamt Main-Spessart in digitaler Form, also kostenfrei per E-Mail, binnen eines Monats.
Informationen die bei der Stadt Karlstadt liegen, sind (gem. Bay UIG) vom Landratsamt von dort beizuziehen und der Antwort beizufügen.

Diese Anfragen gemäß bayerischen Umweltinformationsgesetz stelle ich als Privatperson, und nicht in meiner Eigenschaft als Vorsitzender der Initiative kritischer Umweltgeschädigter

Sollte sich die Stadt Karlstadt weiterhin weigern die den Verkauf des Grundstücks betreffenden Umweltinformationen offen zu legen, das heißt weiterhin die rechts-irrtümliche Ansicht vertreten, die Informationen über den Grundstückskauf, bzw. die darin enthaltenen Bau,-und Bodenzustand-Information wären durch Persönlichkeitsrechte geschützt, so muss ich darauf hinweisen das ich dies als einen möglichen Verdunkelungsversuch eines bei Offenlegung der Informationen zu erwartenden Strafverfahrens einordnen, und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringen müsste. (Verweis § 324, 324a, 325, 326 , 330 StGB / i.V.m. §13 StGB)

Hinweis:
Eine Strafbarkeit wegen Gewässerverunreinigung durch Unterlassen besteht daher immer dann, wenn der Täter den Erfolg einer tatbestandlichen Gewässerverschlechterung nicht abwendet, obwohl er hierzu fähig ist. Außerdem muss der Unterlassungstäter nach §324 StGB eine Pflicht zum Tätigwerden, eine sogenannte Garantenstellung gemäß §13 StGB, innehaben.

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Röder

Initiative kritischer Umweltgeschädigter e.V. (IKU e.V.)
gemeinn. Recherche FB Humantoxikologie
97776 Eußenheim-Bühler, Kirchgasse 8
Tel. 09350-205500
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www.bk1317.com

Anlagen: Laborwerte der Bodenproben