Dioxin – das ewige Gift

Der Begriff Dioxine wird für eine Gruppe chemischer äußerst giftiger Chlorerbindungen verwendet.

Sie waren bis Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre als Verunreinigung in den Holzschutzmitteln enthalten, die auch in Karlburg ( sowie vielen Privathaushalten Holzschutzmittelskandal ) verarbeitet wurden.

Die zwei mit Abstand giftigsten Vertreter diese Gruppe, darunter das sogenannte Seveso-Dioxin, wurden in der Bodenprobe in Karlburg gefunden.

Hersteller dieser Holzschutzmittel war unter anderem Boehringer-Ingelheim in Hamburg (Siehe Infokasten „Dioxin in Hamburg“).

SPIEGEL Online: Dioxin – Das ewige Gift – Multimediastory

Dioxin – das ewige Gift

Multimedia Präsentation zu Dioxin

In kurzen informativen Videos wird die Problematik der Dioxine dargestellt.

… Dioxin ist allgegenwärtig. Warum wurde die Gefahr jahrzehntelang verschwiegen?
schriftzug „Chlor-Story“

Chlor-Story

Einführung in die fatale Chlorchemie, ihre Gefahren und Auswegen daraus. Erstellt im Auftrag von greenpeace-Deutschland.

Aus medizinischer Sicht

Rechercheprojekt zum Dioxinrezeptor (AhR)

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Ah-Rezeptor (umgangssprachlich Dioxin-Rezeptor).

Fachlich Interessierte finden auf www.dioxin-rezeptor.de. Hinweise zum aktuellen Forschungsstand zum Ah-Rezeptor und seiner Funktionsweise.

Forschungsbericht 422: Wissenschaftliche Auswertung der Hamburger-Dioxin-Kohorte

Abschlußbericht des Forschungsvorhabens 422 11 1 11 08.11 - Wissenschaftliche Auswertung der Dioxin-Kohorte in Hamburg

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Auswertung der Folgen und Langzeitfolgen für die Beschäftigten bei Boehringer Ingelheim.

www.bmas.de - Bundesministerium für Arbeit & Soziales

 

 

Regional

Schriftzug „Dioxin in Karlburg“ (das o wird durch einen Totenkopf dargestellt)

Dioxin in Karlburg

Facebookgruppe zum Dioxinproblem in Karlburg: „dioxin_in_karlburg“

Mainecho 10.11.2017 | Monika Büdel

Hochgiftiges Dioxin an anderer Stelle

Messungen: Grundstück gehört nicht der Stadt

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Die Bodenprobe die die Umweltinitiative IKU e.V. genommen hat, und dank Spenden auch durch ein dafür zertifiziertes Labor untersuchen lassen konnte, enthielten hochtoxische Dioxine und Furane.

Das Mainecho berichtete darüber (siehe Kasten) und befragte auch den Bürgermeister Dr. Kruck zu dem Fund. Dieser gab gegenüber dem Mainecho an, dass die Fundstelle gar nicht zu dem Gelände gehöre, dass die Stadt Karlstadt gekauft habe.

Dioxinfundstelle innerhalb des Entwicklungskonzepts für den OT Karlburg der Stadt Karlstadt
Dioxinfundstelle eingezeichnet in Variante 1 des Entwicklungskonzepts
für den OT Karlburg der Stadt Karlstadt
Das Entwicklungskonzept wurde in der Mainpost, 22.7.2016, veröffentlicht

Für die IKU e.V. ist dies in mehrfacher Hinsicht mehr als befremdlich:

  1. In der Presse (Mainpost 22.7.2016) wurde ein Entwicklungskonzept für das "Ehrenfels-Gelände" veröffentlicht - die Fundstelle befindet sich eindeutig innerhalb dieses Entwicklungsgebietes (siehe Grafik). Dies ist die einzige öffentlich zugängliche Information zum Umfang des Grundstückskaufs durch die Stadt Karlstadt.

  2. Gegenüber dem Mainecho (10.11.2017) gibt Bürgermeister Dr. Kruck an, dass die Fundstelle nicht zum gekauften Gelände gehöre. Da stellt sich die Frage: Warum ist ein Privatgrundstück im Entwicklungskonzept für das neu erworbene Gelände der Stadt enthalten?

  3. Informationen zum Umfang und den Bedingungen des Kaufs verweigerte Bürgermeister Dr. Kruck bislang mit Verweis auf den "Datenschutz".
    Schon die Mitteilungen die man der Presse zum Kaufdatum entnehmen konnte sind widersprüchlich. (siehe Dioxin in Karlburg: Irreführung )

Uns stellt sich die Frage, was stimmt denn nun?

Die Geheimniskrämerei muss endlich ein Ende haben.Unsere Forderung auf EInsicht der Verkaufsunterlagen halten wir aufrecht. Nach unserer Auffassung wird die Einsicht in die Verkaufsdokumente rechtswidrig verweigert und wir werden die Einsicht notfalls auch gerichtlich erstreiten.

Wenn Sie unser Anliegen und unsere Auffassung teilen können Sie uns unterstützen.

 

 

Zur Bewertung der alarmierenden Ergebnisse der Bodenprobe der IKU e.V. wurden zwei renommierte Wissenschafter auf diesem Gebiet als Sachverständige hinzugezogen:

Prof. Beyme (Wissenschaftl. Projektleiter beim Dioxinunfall Boehringer-Ingelheim) und
Prof. Wassermann (Fachbereich Humantoxikologie / Spezialgebiet Dioxinemissionen).
Zudem haben wir deshalb Kontakt mit dem Landesamt für Umweltschutz Kontakt auf genommen.

Fazit: Weitere wirklich gründliche Beprobungen, wie sie auch gesetzlich vorgeschrieben sind, sind zwingend notwendig.

IKU e.V. informierte sowohl das Landratsamt Main-Spessart, wie auch die Stadt Karlstadt. über die neuen Erkenntnisse und dringt auf Aufklärung, sowie auch weiter auf den Zugang zu den relevanten Umweltinformationen.

8. Nov 2017

Wie berichtet, hat die IKU e.V. selbst eine Bodenprobe - in der Umgebung des Ausgangs der Holzschutzmittelkontamination - genommen und von einem dafür zertifizierten Labor untersuchen lassen.

Auszug Messergebnisse Probe A1-II (Tiefe 1,8-1,9m)
Auszug Messergebnisse Probe A1-II (Tiefe 1,8-1,9m)

Die Ergebnisse sind da und sie sind erschreckend. Es wurde ein Giftcocktail mit noch weitaus toxischeren Dioxinen und Furanen gefunden, als im Gutachten, das die Stadt beauftragt hatte. Darunter sind auch Giftstoffe deren Gefährlichkeit so hoch eingestuft wird, dass der Grenzwert bei 0 liegt. Sprich wenn sie nachgewiesen werden, ist der Wert bereits zu hoch,  denn bereits die minimalste Dosis hat bereits fatale Folgen.

Erst die Spitze des Eisberges?

Es steht fest, der Vertreter der Stadt Karlstadt, Herr Amrhein, lies an der falschen Stelle Proben nehmen und die Bohrtiefe war bei weitem nicht ausreichend.  Die Probe zeigt auf, dass die Kontamination ein deutlich größeres Ausmaß aufweist. Eine äußerst gründliche Beprobung, mit der nötigen Bohtiefe, ist zwingend erforderlich um das wahre Ausmaß der Belastung zu ermitteln.

Auch in wieweit durch die Erdarbeiten auf dem Gelände evt, kontaminiertes Erdreich umverteilt wurde muss noch dringend geklärt werden.

Die IKU e.V. hat die Behörden über die Untersuchungsergebnisse informiert und wird weiter auf Schadenbegrenzung und Aufklärung drängen.