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BK1317 - Berufskrankheit durch Kontakt mit Holzschutz-, Löse- und Desinfektionsmitteln

Seit Ende der 70er Jahre ist es bekannt und wissenschaftlich erwiesen, dass der berufsbedingte Umgang mit Löse- und Holzschutzmittel, neben Haut und Leberschäden, auch zu schwersten Nervenschädigungen führen können. Obwohl dies bekannt war, wurden die Stoffe in Industrie und Handwerk in großem Stil, meist ohne oder unzureichendem Arbeitsschutz, eingesetzt. Entsprechend groß war die Zahl der mutmaßlich berufsbedingt nervengeschädigten Arbeiterinnen und Arbeiter.

In diesem Artikel wird die Historie zur Einführung, Fälschung und der Kampf um die Korrektur des Merkblatts beschrieben. Ausgewählte wichtige Dokumente hierzu haben wir zum Download bereitgestellt.

Im Jahre 1916 gab es den ersten belegten Fall der Anerkennung als Berufskrankheit auf Grund lösemittelbedingter Nervenschäden (Trigeminus, Berichterstatter Plessner) nach einmaligem Kontakt mit Trichloroethylen.

In der BRD war dies bis in die späten 90er Jahre keine eigenständige Berufskrankheit und wurde nur in den aller seltensten Fällen als stofftypische Gesundheitsschädigung anerkannt. (z.B. BK1302)

Wem nützt es?

Bei einer anerkannten Berufskrankheit wären die Kosten für Krankheit, Therapie und Rente durch die Berufsgenossenschaften zu tragen – diese Kosten werden zu 100% von den Unternehmen getragen. Wird die Anerkennung als Berufskrankheit nicht gewährt sparen sich die Unternehmen mehr als 50% Prozent der Kosten, da Kranken und Rentenkassen zur Hälfte von den Beschäftigten, sowie was die Rentenkasse betrifft zusätzlich mit Steuergeldern finanziert werden. Mit jeder einzelnen nicht anerkannten Berufskrankheit sparen sich die Unternehmen damit über die Zeit 100 tausende Euros