8. Nov 2017

Wie berichtet, hat die IKU e.V. selbst eine Bodenprobe - in der Umgebung des Ausgangs der Holzschutzmittelkontamination - genommen und von einem dafür zertifizierten Labor untersuchen lassen.

Auszug Messergebnisse Probe A1-II (Tiefe 1,8-1,9m)
Auszug Messergebnisse Probe A1-II (Tiefe 1,8-1,9m)

Die Ergebnisse sind da und sie sind erschreckend. Es wurde ein Giftcocktail mit noch weitaus toxischeren Dioxinen und Furanen gefunden, als im Gutachten, das die Stadt beauftragt hatte. Darunter sind auch Giftstoffe deren Gefährlichkeit so hoch eingestuft wird, dass der Grenzwert bei 0 liegt. Sprich wenn sie nachgewiesen werden, ist der Wert bereits zu hoch,  denn bereits die minimalste Dosis hat bereits fatale Folgen.

Erst die Spitze des Eisberges?

Es steht fest, der Vertreter der Stadt Karlstadt, Herr Amrhein, lies an der falschen Stelle Proben nehmen und die Bohrtiefe war bei weitem nicht ausreichend.  Die Probe zeigt auf, dass die Kontamination ein deutlich größeres Ausmaß aufweist. Eine äußerst gründliche Beprobung, mit der nötigen Bohtiefe, ist zwingend erforderlich um das wahre Ausmaß der Belastung zu ermitteln.

Auch in wieweit durch die Erdarbeiten auf dem Gelände evt, kontaminiertes Erdreich umverteilt wurde muss noch dringend geklärt werden.

Die IKU e.V. hat die Behörden über die Untersuchungsergebnisse informiert und wird weiter auf Schadenbegrenzung und Aufklärung drängen.

 

Von Peter Röder - 1.November 2017

Die Firma Ehrenfels GbR in Karlburg verkaufte 2016 ihr, zum Teil seit über 70 Jahren, als Schreinerei-Betriebsgelände genutztes Grundstück in Karlburg an die Stadt Karlstadt. Dort sollen, nach den Vorstellungen des Bürgermeisters Kruck, Einfamilienhäuser für junge Familien und Gärten entstehen.

Lage des kontaminierten Geländes in openstreetmaps
Lage in OpenStreetMap.org
Satellitenbild in googlemaps

Karlburg: Gelände mit Altlasten
Karlburg: Gelände mit Altlasten - Foto IKU e.V.

Es war über Jahrzehnte an die Fa. Ehrenfels Isoliertüren GmbH verpachtet. Auf dem Gelände wurden in der Produktion hochtoxische Stoffe eingesetzt: hochgradig dioxinbelastete Lindan/PCP-haltige Holzschutzmittel, sowie krebserregende Lösemittel (TRI und MEK) Die Initiative kritischer Umweltgeschädigter e.V. (IKU e.V.) hat die Stadt Karlstadt im Januar 2017 darüber informiert, dass das Gelände neben dem Holzschutzmittel Pentachlorphenol und Lindan höchstwahrscheinlich hochgradig mit Dioxinen und Furanen belastet ist. Seitdem entwickelt sich diese Angelegenheit von der Provinzposse über den räumlich begrenzten Umweltskandal zu einer ausgewachsenen Politik/Justiz Affäre.