Univ.-Prof. em. Dr. med. Hans-Joachim Woitowitz zur IKU e.V.

Betreff: Gemeinnützigkeit des eingetragenen Vereins
"Initiative kritischer Umweltgeschädigter (IKU e.V.)
"

Die Initiative kritischer umweltgefährdet Geschädigter ist mir seit Jahren insbesondere durch die Person und den Sachverstand seines Sprechers, Herrn Peter Röder bekannt.

Ausgangspunkt waren Unstimmigkeiten, die der vom hier Unterzeichnenden langjährig geleitete Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Bonn/Berlin , redaktionell nicht vermeiden konnte. Sie gelangten unkontrolliert - und daher erst verspätet erkannt - zu Lasten der betroffenen Patienten zunächst in das Amtliche Merkblatt der Berufskrankheit "Polyneuropathie oder Enzephalopathie durch organische Lösungsmittel oder deren Gemische" (Nr. 1317 Anl. 1 der Berufskrankheitenverordnung).

Dieser Sachverhalt wurde frühzeitig auch von Herrn Röder erkannt. Eine solche Tatsache belegt die dann auch in den Folgejahren erkennbare besondere Intensität, Sorgfalt und Mühewaltung der Repräsentanz der IKU e. V. beim Eindringen in die Fachwelt internationaler wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Es handelt sich dabei um schwierigste Fragen der Kausalzusammenhänge. Sie bestehen für Belastungen einer großen Anzahl von Menschen infolge des Eintrags insbesondere von Chemikalien, aber auch von ionisierender Strahlung, Schwermetallen etc. insbesondere in die moderne Arbeitswelt, aber darüber hinaus teilweise auch in die allgemeine Umwelt.

Sehr beachtenswert ist bei den IKU-Recherchen der große Einsatz trotz der begrenzten Mittel im Rahmen der durch "Waffenungleichheit" gekennzeichneten sozialrechtlichen Auseinandersetzungen betroffener Patienten und Patientinnen.

Mit dem inzwischen erarbeiteten, sehr förderwürdigen Faktenwissen und tieferen Verständnis wird versucht, die Feststellungen der Experten der zuständigen Arbeitgeberhaftpflichtversicherungen (DGUV) evidenzbasiert auf den jeweils erforderlichen Individualbezug abzustellen. Einschlägige Erkenntnisse konnten daher dann z. T. auch öffentlichkeitswirksam weitergegeben werden.

In zahlreichen Erkrankungsfällen und Einzelschicksalen hat sich dieser Aufwand an Zeit und Energie offenbar bewährt. Selbst für Auseinandersetzungen vor den verschiedensten Sozialgerichtsinstanzen wurden sachlich verwertbare Informationen anhand einschlägig recherchierter wissenschaftlicher Dokumente und Datenbanken bereitgestellt.

Die IKU hat somit seit Jahren die gesellschaftliche Notwendigkeit erkannt, betroffenen Patienten und Patientinnen sachdienliche Hilfestellung in Streitfragen insbesondere hinsichtlich der arbeitsbedingten Verursachung ihrer z. T. schwerwiegenden und kausal keinesfalls leicht zuzuordnenden Gesundheitsschäden zu gewähren.

Auch das öffentlich-mediale Bewusstsein wurde dadurch geschärft. Der Verein trägt somit dazu bei, die oftmals schwierigen Ursache-Wirkungsbeziehungen der insbesondere durch chemische Arbeitsstoffe verursachten individuellen Gesundheitsschäden aufzuhellen.

In den sozialrechtlichen Auseinandersetzungen erhalten die gefährdeten Bürger und Bürgerinnen unseres Landes damit notwendigen fallbezogenen Beistand unter Zuhilfenahme des Internationalen Expertenwissens.

Aus meiner Sicht dient insofern die IKU e. V. sowohl dem nationalen wie auch dem europäischen Anliegen, die Patientenrechte nicht nur auf körperliche Unversehrtheit sondern auch auf rechtliches Gehör zu verwirklichen.

Gleiches gilt damit für die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens.

Gießen, den 9. April 2013

 Univ.-Prof. emer. Dr. med. Hans-Joachim Woitowitz

Arzt für Arbeitsmedizin,
Arzt für Innere Medizin,
Sozialmedizin, Umweltmedizin


zur Person:

Autor von mehr als 500 Publikationen

Ehrungen:

  • Paracelsus-Preisträger (höchster deutscher Medizinpreis)
  • Bundesverdienstkreuz erster Klasse
  • Bundesverdienstkreuz am Bande
  • (uvm)

 vormalige Ämter

  • Professor für Arbeitsmedizin, später Professor für Arbeits- und Sozialmedizin im Zentrum für Ökologie des Klinikums der Justus-Liebig-Universität Gießen, Leitung des Instituts und der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin (1974-2004)
  • Vorstand des Ramazzini Institute for Occupational and Environmental Health Research in Solomons, Washington, USA
  • Fellow des Collegium Ramazzini, New York/Bologna
  • Leiter der Arbeitsgruppe „Festlegung von Grenzwerten für Stäube“ der Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe
  • Vorsitzender der Sektion „Berufskrankheiten“ des Ärztlichen Sachverständigenbeirates beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
  • Vorsitzender des Sachverständigenkreises „Prävention im Arbeits- und betrieblichen Gesundheitsschutz“ beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
  • Leiter der Arbeitsgruppe „Festlegung von Grenzwerten für Stäube“ der Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe
  • Vorsitzender des Sachverständigenkreises „Prävention im Arbeits- und betrieblichen Gesundheitsschutz“ am Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
  • Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin
  • Vorsitzender des interministeriellen Beirats der Zentralen Betreuungsstelle Wismut beim Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften

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